VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Bianca  |  Charlotte  |  Hannah N  |  Hannah S  |  Jannika  |  Jolanthe  |  Jost  |  Jonathan  |  Julia P  |  Julia W

Katharina  |  Laura Fe  |  Lennard  |  Linda  |  Lisa  |  Momo  |  Rebekka  |  Sarah G  |  Sarah N  |  Sina  |  Svenja

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Kennenlernen des Gemeindelebens

Autor: SvenjaVoelsen | Datum: 12 Oktober 2016, 16:01 | 0 Kommentare

Mittlerweile fühle ich mich hier in Notsé schon sehr wohl. Wir haben schon viele Leute kennengelernt. Viviane und Claris, zwei Mädchen, die hier in der Nähe wohnen, kommen uns öfter besuchen. Nach und nach werden wir auch ein bisschen mehr mit der Gemeinde vertraut gemacht. So haben wir zum Beispiel schon das „EPE-Projekt“ kennengelernt. An dem Tag habe ich gelernt, dass man auch für eine Strecke von nur 30 km, durchaus auch mal mehr als zwei Stunden unterwegs sein kann. Und das lag nicht daran, dass so viel Verkehr war, ganz im Gegenteil, es war nichts los. Die Straßen sind hier bekanntlich sowieso nicht so super, doch dann war plötzlich eine riesige Schlammkuhle mitten auf der Straße, die wir leider nicht umfahren konnten. Und so passierte, was passieren musste, wir haben uns festgefahren. Während die linke Hälfte des Autos auf dem Trockenen stand, war die andere Seite mit den Reifen schon halb im Schlamm versunken.

Trotz mehrerer Anlaufversuche, haben wir es nicht geschafft, da raus zu kommen, also wurde schnell Hilfe geholt und nach knapp einer Stunde, haben wir es dann doch geschafft. Doch wir sind nicht vorwärts da raus gekommen, sodass man einfach hätte weiterfahren können, nein, wir stehen also wieder vor dem Schlammloch und somit auch vor der Frage, wie wir am besten auf die andere Seite kommen, ohne wieder stecken zu bleiben. So entschied sich der Fahrer, einen sehr engen und schmalen weg durch den Wald zu nehmen. Schon wieder stecken wir fest. Der weg ist zu eng für das Auto. Und in diesem Moment merkt man, wie praktisch es doch ist, immer eine Machete dabei zu haben. Drei kleine Bäume werden entfernt, bis auch diese mehr oder weniger kleine Hürde überwunden ist.

Als wir also nach über zwei Stunden endlich angekommen sind, wurden wir schon mit viel Gesang und Tanz von den Kindern, die an dem Projekt mitwirken, empfangen. Nach einer Eröffnungsrede, bei der ich nichts verstanden habe, weil sie, wie auch das restliche Programm, auf Ewe war, haben ein paar Kinder einige Sketche vorgespielt, die sich mit den bereits erfolgreichen Projekte beschäftigten, andererseits aber auch mit Problemen. Ein Erfolgreiches Projekt zum Beilspiel ist ein Krankenhaus, welches errichtet wurde.



Am Ende gab es, zur Feier des Tages, noch ein Fußballturnier für die Kinder. Da habe ich allerdings nicht mehr zuschauen können, weil wir schon vorher wieder los gefahren sind. Der Rückweg verlief nicht so abenteuerlich wie der Hinweg. Außer ein paar Sandhügeln und Löchern, verhinderte nichts mehr die Straße. Auch das Schlammloch war schon fast ganz weg.
Außerdem haben wir nun auch unsere Mentorin Donata kennengelernt. Donata ist uns von Anfang an sehr sympathisch. Sie lebt zwar in Lomé und somit nicht gerade sehr in der Nähe, arbeitet aber hier. Und wenn sie mal nicht da ist, und wir ein Problem haben, können wir uns auf Albert verlassen, der mit seiner Familie direkt nebenan wohnt und uns sehr viel zeigt und hilft.Manchmal verbringen wir unseren Abend Uno-spielend oder Seilspringend bei Albert. Wir haben immer sehr viel spaß und verstehen uns auch super mit seinen Kindern. Also leider nicht wörtlich, denn die sind noch so klein, dass sie noch kein französisch lernen und somit sprechen sie noch nur Ewe. Aber irgendwie versteht man sich immer. Manchmal kommen die auch bei uns vorbei. Einmal hab ich versucht dem ältesten Sohn, Volonté (5 Jahre), Uno beizubringen und es hat erstaunlich gut funktioniert

Am letzten Dienstag wollte David, welcher bei Albert wohnt und etwa in unserem Alter ist, morgens mit uns Fußball spielen. Wir haben uns auf sechs Uhr geeinigt. Oder eher gesagt, David und Katharina haben sich geeinigt. Ich hätte nichts dagegen gehabt, auszuschlafen, immerhin sind hier immer noch Ferien und somit müssen wir noch nicht in der Schule arbeiten. So standen Katharina und ich um punkt sechs Uhr draußen, in unserer Sportbekleidung, doch von einem war nichts zu sehen, David war nicht gekommen. Da wir jetzt aber extra früh aufgestanden sind, um Sport zu machen und uns ja auch schon umgezogen hatten, beschlossen Katharina und ich, trotzdem Sport zu machen. Daraufhin haben wir beschlossen, jedem Morgen, unter der Woche, Sport zu machen. Als Albert das mitbekommen hat, wollte er sofort mitmachen und entschied, jeden Morgen um halb sechs mit dem Sport zu beginnen. Das ist mir persönlich ja etwas zu früh, aber was soll’s, warum denn auch nicht um fünf Uhr aufstehen, wenn man eigentlich ausschlafen kann. Blöd ist es nur, wenn man sich, total verschwitzt und erschöpft, auf die kalte Dusche freut, und dann plötzlich kein Wasser kommt. Das Problem hatten wir bisher aber zum Glück erst einmal. Nach zwei Stunden konnte ich dann auch endlich duschen. Und ich muss zugeben, dass mir das gar nicht mehr so viel ausmacht, so früh aufzustehen und dann Sport zu machen. Danach bin ich immer wach und fühle mich gut und fit.
Diese Woche fand hier eine Schulung statt, an denen wichtige Kirchenmitglieder aus verschiedenen Städten Togos anreisten. Katharina und ich haben am Montag den kompletten Tag daran teilgenommen, an den folgenden Tagen waren wir jedoch nur noch morgens und vormittags da, weil wir nicht sehr viel verstanden haben und auch nicht mitarbeiten konnten, da wir keine Ahnung von dem hatten, worum es ging. Wenigstens die Vormittage wollten wir aber noch da sein, nicht zuletzt, um unser Französisch ein bisschen zu verbessern. Zudem sind die Teilnehmer der Schulung auch sehr nett gewesen. Einige haben sogar in der kompletten Woche an unserem Morgensport teilgenommen. Am Samstag sind Katharina und ich, mit dem Ziel, uns einen schönen Stoff für ein Kleid zu kaufen, gegangen und konnten uns bei der riesigen Auswahl kaum entscheiden. Hier bekommt man wirklich Stoffe mit allen nur denkbaren Mustern und in allen möglichen Farben. Das ist wirklich unglaublich und zögert die Entscheidung auch ganz schön hinaus. Im Endeffekt haben wir uns aber entscheiden können. Ich habe mich für einen rotgemusterten Stoff entschieden.
Heute sind wir mit Albert, seiner Frau, den Kindern und Donata zusammen im Gottesdienst gewesen, in dem der neue Inspecteur eingeführt wurde. Das wurde im Gottesdienst, aber auch danach, mit einem großen gemeinsamen Essen, zelebriert. Mit sehr viel Musik natürlich.
Leider wohnen Katharina und ich immer noch nicht in der neuen Wohnung. Die Bauarbeiten laufen nicht wirklich weiter. An einigen Tagen wird gearbeitet, an anderen dafür gar nicht. Und so sind aus „ein bis zwei Wochen“ schon drei geworden. Albert sagt, dass die Bauarbeiter schon fast fertig sind. Vielleicht können wir ja noch einziehen, bevor die Schule hier los geht und wir anfangen zu arbeiten, damit wir da auch noch alles schön einrichten können. Gestern haben wir angefangen Vokabellisten zu machen.

«Neuerer Eintrag | Älterer Eintrag»

 

 

Kommentare

 

 

Kommentar Verfassen

 This is the ReCaptcha Plugin for Lifetype