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Zweiter Rundbrief

Autor: SvenjaVoelsen | Datum: 13 Februar 2017, 23:22 | 0 Kommentare

Weihnachten und Silvester in Notsé

Dieses Weihnachten war anders, in vielen Hinsichten:Es fängt schon mit den hohen Temperaturen an. Während man in Deutschland doch eher dazu neigt, in der Weihnachtszeit zu frieren, kann man sich hier fast gar  nicht dünn genug kleiden, sodass man nicht schwitzt.  Seit Dezember ist die Regenzeit vorbei und somit ist es tagsüber ziemlich heiß.  Nachts hingegen ist es sehr abgekühlt, sodass ich mir auch lieber eine Jacke angezogen habe. Bei knappen zwanzig Grad kann man ja schon mal anfangen zu frieren.. Dann kommt noch hilft zu, dass es kaum bis gar nicht weihnachtlich aussieht. Die Apotheke und die Banken sind zwar weihnachtlich geschmückt, allerdings nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr. Auch die Kirche war wie immer.

Advent wird hier nicht so sehr gefeiert. Dafür wurden aber ab Dezember viele Weihnachtslieder gespielt. In den Geschäften an den Straßen wird immer viel Musik gespielt, was manchmal auch ziemlich nerven kann, weil man zuhause alles hört, manchmal auch mehrere Lieder gleichzeitig. In der Weihnachtszeit hat man sich aber über jedes Weihnachtslied gefreut. Denn sonst hat nichts daraus hingedeutet, dass bald Weihnachten sein soll.Katharina und ich haben sehr viel Plätzchen gebacken und diese dann im Chor oder in der Schule verteilt. Im Chor und in der Schule haben wir auch hier Weihnachtslieder gesungen. Neben „Stille Nacht“ haben wir den Schülern auch noch „Alle Jahre wieder“ beigebracht (Auch im Februar werden diese Lieder gerne noch gesungen, wahrscheinlich noch h das ganze Jahr. Aber nach Weihnachten ist ja bekanntlich vor Weihnachten). In den Chören haben wir noch neue Lieder dazu gelernt, aber auch welche heute gesungen, die wir schon kannten. Dafür müssten wir dann nur den Text neu lernen.

Am 24.12 hat man nicht http wirklich gemerkt, dass ein besonderer Tag ist. Wir sind normal, wie jeden Samstag auf den Markt gegangen und haben auch hier sonst nichts besonderes gemacht. Abends sind wir dann in die Kirche gegangen, wo die Kinder der Grundschule kleine Sketche und Lieder eingeübt haben. Danach haben wir mit den beiden Chören,  in denen Katharina und ich singen, neben der Kirche Fufu gestampft. Fufu ist ein Festessen, was hier die Meisten an Weihnachten essen. Danach saßen wir alle gemütlich zusammen, haben gegessen, gesungen, Musik gehört und getanzt. Das war eine sehr schöne kleine Feier. Um zwei sind wir aber nach Hause gegangen, weil am nächsten Tag um neun Uhr Weihnachtsgottesdienst war. Da Katharina und ich aber schon um sechs Uhr früh bei Kekeli zum Fufu-Essen eingeladen waren, mussten wir umso früher aufstehen. Für uns hat sich herausgestellt, dass man an Festtagen echt sehr viel isst. Wir waren bei vielen Leuten ein geladen und haben gefühlt den ganzen Tag  nur gegessen.

 Am nächsten Tag war wieder ein normaler Werktag. Wir sind aber mit Albert und seiner Familie an einen Staudamm gefahren und haben uns das da angeguckt. Es war wirklich total schön.  Die Landschaft ist sehr toll und wir sind sogar eine kleine Runde in einem Boot mitgefahren. Das war gerade für die Kinder ein tolles Erlebnis, welcher heute am Anfang noch etwas ängstlich und zurückhaltend waren.

Silvester war, genau wie Heiligabend, zuerst noch ein ganz normaler Tag. Es wurde schon seit Ende November geböllert, weswegen das auch nichts Besonderes mehr war. Am Abend sind wir in die Kirche gegangen.  Der Gottesdienst ging um 22 Uhr los und hat bis etwa halb eins gedauert. Um 00:00 würde er natürlich für Neujahrswünsche „unterbrochen“, es wurde sehr viel gesungen und getanzt. Die Stimmung war wirklich super. Man hat auch viel gebetet, aber leider auf Ewe, sodass ich nichts verstehen konnte. Richtig gefeiert wurde erst an Neujahr. Wieder mit sehr viel Essen, genau wie an Weihnachten.Da man viel unterwegs gewesen ist an den Feiertagen, hatte ich überhaupt kein Heimweh. Zwar hat man hier nicht so groß gefeiert wie ich es von Zuhause kenne, aber hier wird eben anders gefeiert. Es hat auch nicht wirklich was gefehlt, zumal es ja klar war, dass es hier anders ist.

Die Arbeit im College protestant de Notsé (CPN) und im KimdergartenIm College läuft weiterhin alles super. Zwar ist es nicht immer einfach, für Ruhe zu sorgen, aber das ist auch nicht so einfach bei teilweise siebzig Schülern in einer Klasse. Es gibt Schüler,  die total gerne deutsch lernen wollen, während andere sich in der Zeit lieber mit anderen Dingen beschäftigen.  Aber da sind die Schüler wohl auf der ganzen Welt ähnlich. Bei den Lehrern trifft das aber auf weniger Verständnis, die finden nämlich, dass deutsch sehr wichtig für sie ist, wenn die zum Lycee gehen. Dort kann man nämlich deutsch wählen. Andererseits kann man sich hier das aussuchen, ob man lieber Sprachen lernen möchte oder doch lieber Mathematik und Naturwissenschaften machen möchte.

 Da es aber in jeder Klasse welche gibt, die wirklich gerne deutsch lernen wollen und man auch wirklich was schafft, gehe ich jeden Tag gerne zur Schule.Eine Woche vor den Weihnachtsferien haben alle Schüler des Colleges und des Lycees Klausuren in allen Fächer geschrieben. Teilweise bis zu drei an einem Tag. In dem Moment war ich sehr froh, nur Aufsicht führen zu müssen.  Ich kann mir nämlich  vorstellen wie schwer es sein muss, so viel auf einmal zu lernen. Leider fallen viele Klausuren auch ziemlich schlecht aus, ob das daran liegt, dass so viel auf einmal geschrieben wird, die Schüler einfach nicht viel lernen, oder das Lernen einfach erschwert wird durch die großen Klassen….

Im Lycee machen Katharina und ich weiterhin  noch eine Deutsch AG, in der es darum geht, das Sprechen ein bisschen zu üben.  Die Klasse ist auch  ich so groß,  sodass man relativ gut arbeiten kann. Vor allem können alle zusammen auch bestimmen, worum es in der Stunde gehen soll, sodass die Atmosphäre auch entspannter ist. Die AG machen wir mit dem Deutschlehrer zusammen.An zwei Tagen in der Woche arbeite ich habe noch zusätzlich für ein paar Stunden im Kindergarten. Dort sind meistens circa vierzig Kinder. Im Kindergarten fängt man an, den Kindern französisch beizubringen. Außerdem lernen sie auch noch Gedichte. Gespielt wird eher weniger und gebastelt auch. Stattdessen wird auch schon das Schreiben einzelner Buchstaben und Zahlen gelehrt. Leider kann ich nicht so wirklich viel helfen und machen, weil die Kinder noch nicht wirklich französisch sprechen und ich kein Ewe. Ein paar Sachen lernt man schnell auf Ewe,  aber das sind dann eher ein zelte Wörter oder Ausdrücke als wirkliche Gespräche. Deswegen arbeite ich auch lieber im College. 

Die Chöre In meiner Freizeit singe ich noch immer in den beiden Chören.  Mit dem Chor „Jeunesse“ haben wir ab und zu Konzerte und  mit dem anderen Chor hatten wir auch schon eins. Am 30.12 hatten wir in unserer Kirche einen Wettbewerb, bei dem die vier Chöre,  die sonntags auch immer vorsingen, teilgenommen haben. Jeder Chor hatte zehn Minuten Zeit und wurden in verschiedenen Kategorien bewertet. Mit der Jeunesse haben wir den ersten Platz gemacht und mit dem Grande chorale du temple den dritten. In dem Grande chorale müssen Katharina und ich noch aufgenommen werden, bevor wir im Gottesdienst zusammen mit den andern in die Kirche einlaufen können und auch  mitsingen. Die Aufnahme soll an Ostern sein. Dafür müssen wir viel lernen, weil in der Kirche fragen gestellt werden, die man dann beantworten muss. Bei den Fragen handelt es sich darum, wie der Chor entstanden ist und was die Aufgabe ist. Dabei wird sich auf die Bibel bezogen,  auf den Chor der Leviten. Leider ist alles auf Ewe geschrieben und deswegen können wir nicht alleine lernen.
Alles in Allem bin ich immer noch schockiert, wie schnell die Zeit hier vergeht. Ich bin jetzt seit einem halben Jahr hier, aber es kommt mit vor, als sei ich gestern erst angekommen. Allerdings wäre meine Sprache dann wahrscheinlich licht noch schlechter.  Mein französisch hat sich definitiv gebessert, das bekomme ich zumindest öfter zu hören,  aber ich bin noch eher unzufrieden. Ich glaube ich habe wohl etwas zu wenig Geduld. Ich kenne schon viele Leute, aber nicht so viele, wie mich kennen. Das ist wirklich unglaublich, wie viele Leute mich auf der Straße mit meinem Namen ansprechen kann, sodass es mir dann fast peinlich ist, dass ich Werder den Namen weiß,  noch woher ich habe diese Person kenne, oder eher gesagt sie mich.
Das war’s jetzt erstmal wieder von mir. Demnächst wollen wir mal nach Kpalimé und Kara fahren, wo wir Freunde haben. Dann sehen wir auch noch mal was anders als Notsé. Hier gibt es wirklich  nicht so viel, wobei die Stadt trotzdem ganz schön ist. Der Weg nach Lomé ist auch nicht wirklich weit und mit dem Taxi kommt man eigentlich überall hin.

 

 

 

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